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03.02.2011 20:00
Nachdem die Betongießer (m) Anfang 2010 ganze Arbeit geleistet und jede Menge Beton unter den Platz haben laufen lassen, und die nachfolgenden Pflasterer deren grobe Spuren mit ihrem feinen Oberflächenwerk erfolgreich kaschiert, und Tüftler und Monteure aus der Schweiz eine HighTech-Klappe für den verbliebenen unterirdischen Restraum konstruiert und installiert haben, fragt sich der Freund seliger WC- oder Metro-(U-Bahn)-Zeiten, was den da unter dem Platz an Hohlheit verlieben sei. Das Wetter im noch jungen Februar 2011 hat nun aufgezeigt, wie es wohl da unten aussehen mag:

Rest der unterirdischen Anlage sichtbar
Das Spiel des Klimas erinnert sehr an die wunderbare künstlerische Arbeit von Steffi Westermayer zum Schluss der U-Bahn (Metro), bei der sie die unterirdischen Konturen exakt nach Plan mit weißem Klebeband nachgezeichnet hatte. Von dieser Arbeit – sie trägt den Titel Beton hinein! – gibt es eine kleine Dokumentation in einer Auflage von 200 Stück; wer daran interessiert ist, mag sich an die Künstlerin wenden. Jetzt ist also von dem damals belebten und nachgezeichneten unterirdischen Raum nur noch der für die beiden hitzigen französischen Freunde übrig geblieben, um den herum der Abstieg konstruiert worden ist. Die Aktion der Vernichtung eines unterirdischen Raumes in bester Lage soll zwar dem Ziel einer “sauberen Stadt” näher bringen; doch hüte man (f/m) sich vor den Saubermännern (f/m), die das ersonnen haben, und nun mit Besorgnis erregender Beharrlichkeit zu verwirklichen trachten. Das sind Betonköpfe!
13.12.2010 18:00
Seit genau einem Tag gibt es einen Lichtblick für alle Freunde der Saarbrücker U-Bahn (Metro)! Und der sieht so aus:

Neuer Metro-Tunnel? #1
Es ist nicht schwer zu erkennen, dass am Ende dieses Tunnels Licht ist. Genauer hingesehen stellt sich das Licht am oberen Ende wie folgt dar:

Neuer U-Bahn-Tunnel? #2
Was nicht zu sehen ist – auch nicht so ohne Weiteres, wenn man sich dort leibhaftig aufhält: dort, im Tunnelgewölbe verborgen, befindet sich ein Kunstwerk, eine Edelstein-Installation. Es handelt sich um die feinsinnige und sensibel in die Umgebung eingefügte, unaufdringliche Arbeit “Meeting” von Simone Decker. Sie ist Bestandteil der Reihe „AUSGANG CITY / AUFGANG NORD”, die im laufenden Jahr 2010 die Stadt um diverse Aktionen im öffentlichen Raum bereichert (hat) . Weitere Infos: → hier. Deren Eröffnung am vorangehenden Sonntagmorgen hat den dabei anwesenden ex-Metro-(U-Bahn)-Vorsteher (m) mithilfe eines ideenreichen Mitarbeiters (m) des örtlichen Kulturamtes auf die Idee gebracht, dass dieser Ort hervorragend geeignet ist, der immer noch nicht offiziell an den Leihgeber retournierte U-Bahn (Metro) hier weiter verkehren zu lassen; und zwar – wie sich das gehört – rund um die Uhr.

Neuer Tunnel für die Metro? #3
Auch der untere Ausgang zeigt, dass es Licht am Ende des Tunnels gibt. Die dort befindliche Halle mit ihrer bescheidenen Sitzgruppe – ein unter Künstlern (m/f) in Saarbrücken derzeit auf allen Kanälen beliebtes Objekt der Aufmerksamkeit – wird von den das Finstere Liebenden der Stadt gerne für Mahlzeiten und andere Verrichtungen aufgesucht.

Neuer U-Bahn-Tunnel in Saarbrücken? #4
Das kann man gut verstehen, nicht wahr? Mehr Gemütlichkeit geht nicht! – Und es ist ebenfalls nicht zu übersehen, dass dort schon längst Kunst stattfand, bevor sich die bürgerliche Kultur nun am anderen Ende des Tunnels aufgemacht hatte, sich des Raumes zu bemächtigen: Künstler (f/m) der “street art” haben die Wände verziert, als die Anderen darin noch einen Unort sahen … oder ihn, wie der ex-Metro-(U-Bahn)-Vorsteher (m), wofür dieser sich sehr geschämt hat, überhaupt nicht gekannt hat, weil er immer – illegal – durch den Gepäck- und Posttransporttunnel, ein paar Steinwürfe weiter östlich mitten im Bahnhofsgelände gelegen, in die Stadt zurückgekehrt ist, wenn jenseits der Bahngleise mal etwas los war.
Neue Hoffnung für eine, die U-Bahn (Metro) in Saarbrücken! Das ist doch eine Perspektive, nicht nur für den Untergrund: Im nächsten Jahr tut sich wieder was!
DIE NEUE SAARBRÜCKER METRO (U-BAHN) – NSM WÜNSCHT BIS DAHIN IHREN FREUNDEN UND GEGNERN ALLES GUTE!
22.11.2010 18:00
Heute vor einem Jahr begann in Saarbrücken das Zeitalter nach der Metro (U-Bahn). Es herrschte wieder “Ruhe” auf dem Marktplätzchen in der Kleinstadt. Die ständig Stühle rückenden Gastronomen, derben Kneipiers, wuselnden Marketender, lärmenden Nachtschwärmer, eifrigen Zusteller und schwer motorisierten Zulieferer hatten fortan wieder die alleinige Herrschaft über ihn (die Anwohner zählen dort ohnedies nicht, sie sind eine als störend empfundene Spezies). Ein temporäres urbanes Element und ein ebensolcher Ort für (künstlerische) Aktion im Herzen der Stadt zog sich wieder zurück … und ward zerstört. Der Rest ist Kleinstadt – ohne Idylle.

Himmel über der ex-Metro-Station I
War der „Erste Platz der Stadt”, erst recht zu Zeiten der Installation eines zentralen U-Bahn-(Metro)-Bahnhofes unter demselben, einst der Mittelpunkt der Stadt, von dem aus alle wichtigen urbanen Ziele schnell zu erreichen sind, so ist er jetzt nur noch der Tummelplatz der oben genannten zuzüglich ein Zwölftel des Jahres desjenigen einer fragwürdigen Show im luftigen Bereich über dem Platz, bei dem ein paar Mal täglich zu tumbem Klang mit einem Motorrad auf einem Seil herum gefahren wird. Derweil ist der Mittelpunkt der Stadt deutlich westwärts verlegt worden: Eine gesichtslose neue “Shopping Mall” erfreut die Massen, die tatsächlich – ihrer Bezeichnung gerecht werdend – massenhaft dort hin strömen und – oh staun’ – ‚shoppen′.

Saarbrückens neues Zentrum
09.07.2010 18:00
So nannten die ex-Mitarbeiter (m) der Saarbrücker Metro (U-Bahn) während ihrer aktiven Dienstzeit den akustischen Niederschlag, der sich beim Verlassen von Bahnsteig 1 oder Kunst auf Bahnsteig 2 vernehmen ließ. Und so muss man es auch tatsächlich nennen. Der St. Johanner Markt, erst recht nach der Vergrößerung der Bestuhlungsfläche, ist zum Treffpunkt geworden, an dem unablässig geredet wird.

Süddeutsche Zeitung Magazin #27 mit Artikel zum endlosen Reden
Zu den an dieser Stelle des öfteren wiederkehrenden diesbezüglichen Bemerkungen passend, hat sich nun ein Peter Praschl (50) im Magazin der Süddeutschen Zeitung über diese Tatsache ausgelassen. Unter der Überschrift “Wir müssen reden” wird in der Nummer 27 vom 9. Juli 2010 (also heute!) auf den Seiten 12-14, die sich auch > hier < online nachlesen lassen, vom stetig fließenden menschlichen Redeschwall berichtet. Das bestätigt sich auf dem Ersten Platz der Kleinstadt tagtäglich aufs Neue:
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Über den Quatschenden (Aufnahme von heute!) ist ein Vogel zu vernehmen, der völlig ungerührt vom labernden Treiben seine Pfeifereien ertönen lässt; und wiederum hoch oben drüber zeigen sich wundervolle Farbenspiele in den Hitzewolken.

Hitzewölkchen über dem Großen Gequatsche
08.07.2010 18:00
Eigentlich ist ja alles vorbei, doch hallt die ex-U-Bahn-(Metro)-Station nicht nur im Kopf der ex-Mitarbeiter (m) der temporären Saarbrücker Metro-(U-Bahn)-Gesellschaft – über deren Verbleib hier auch noch in Kürze berichtet werden soll -, sondern eben offensichtlich immer noch auch in den Köpfen der zahlreichen Fahrgäste (f/m) und Besucher (m/f) sowie sogar in denjenigen derer (f/m), die es nicht hinab in die Tiefe unter dem St. Johanner Markt geschafft haben. Nun, ebendiese Tiefe gibt es nicht mehr. Ein Betonklotz unvorstellbaren Gewichts befindet sich jetzt an der Stelle, an der Generationen sich erleichtert und ganz kurz zahlreiche Fahrgäste (m/f) sich ihren Traumzielen näher gebracht hatten.
Heute soll gezeigt werden, wie sich das Areal dem Betrachter (f/m) zu früher Morgenstund’ darstellt, bevor die Gastronomen die Bestuhlung vornehmen und in ungebührlicher Art und Weise Besitz vom Platz nehmen, dass es einem ganz eng dort wird.

Blick auf ehemaligen Treppenabgang aus Süd-Osten
Die Party nach der 0:1-Niederlage am Vorabend hat ihre Spuren hinterlassen … und nichts mehr weist auf den ehemaligen Einlass in die Unterwelt hin. Stuhltürme und vertikale Tischstapel bestimmen die Szene.

Blick auf ehemaligen Treppenabgang aus Osten
Die zum Teil neu gruppierten Kunstwerke dienen, wie bereits angemerkt, hervorragend als Ablageflächen für Unrat und sonstiges. Traurige Sonnenschirme stehen ratlos um die neue Klappe herum, die noch in die Tiefe zu den zwei französischen Transformatoren führt, die seinerzeit stets Wärme spendeten.

Blick auf ehemaligen Treppenabgang aus Nord-Westen
Der ex-Stationsvorsteher (m) blickt aus seinem Arbeitszimmer (im Hintergrund) auf das Chaos aus Stühlen, Tischen, Schirmen und … Müll. Letzterer wird bald mit großem Getöse von rasenden Maschinen, von wilden Fahrern (m) gesteuert, beseitigt.

Blick auf ehemaligen Treppenabgang aus Westen
Und die beiden stoischen Freunde der U-Bahn (Metro) … Was denken sie über das Verschwinden der Treppe, auf die sie so lustvoll ihre Blättchen haben fallen lassen? Und die Kleinstadttauben?
07.07.2010 18:00
Nachdem nun nichts mehr auf die ex-WC-Anlage beziehungsweise die ex-Metro-(U-Bahn)-Station unter dem St. Johanner Markt in Saarbrücken hinweist, haben die Gastronomen am Platz mit einer gewissen Geilheit das Terrain übernommen, sprich: die Bestuhlungsfläche (maßlos) ausgeweitet. Wo einst ein Geländer nicht nur Fahrrädern Halt gab, befinden sich nun Tische und Stühle und groß dimensionierte Sonnenschirme.

Tische, Stühle & Schirme ... wo einst ein Treppenabgang in die Tiefe führte
Die einen versprechen sich davon – wohl zu Recht – erhöhten Umsatz, die anderen – wohl zu Unrecht – mehr Arbeitsplätze und Steuereinnahmen, und die Masse freut sich, das das „Große Gequatsche” (s. u.) auf mehr Sitzplätzen Verstärkung erfährt. Verlierer ist ganz klar der öffentliche Raum, der – wieder einmal in Saarbrücken – dem Kommerz geopfert wird — und nun höchstens noch teil-öffentlich ist (der Begriff “halb-öffentlich” ist hier quantitativ zu hoch gegriffen). Die latente Bedrohung des öffentlichen Raumes ist es, die beunruhigt. Menschen, die durch spezifische persönliche Verhaltensweisen und akustische Äußerungsformen dem (klein)bürgerlichen Milieu, das sich auf dem Platz zum Chillen niederlässt, nicht genehm sind, werden an “Unorte” abgedrängt. Schon deshalb musste auch die U-Bahn-(Metro)-Station unter dem Marktplatz des Kleinstädtchens der diesen in Besitz nehmenden (klein)bürgerlichen Schicht auf Dauer ein Dorn im Ohr sein; denn dort waren alle Menschen willkommen … und wurden auf ihre Weise (an)genommen. Eine schöne Bestätigung für die gelungene Ausführung dieser Intention der dort im Untergrund Agierenden ist ein medialer Nachhall, auf den der ex-Medienbeauftragte (m) der ex-Metro-(U-Bahn)-Gesellschaft eher zufällig in die Hand gefallen ist.

Saarbrücker Straßenzeitung: Guddzje #32
In der aktuell zum Verkauf in den Straße der Stadt anstehenden Ausgabe #32 der Saarbrücker Straßenzeitung Guddzje schildert Arno seine persönlichen Eindrücke von dem Untergrundprojekt. Der ex-Medienbeauftragte (m) ist gerührt von dieser Stellungnahme zum ex-U-Bahn-(Metro)-Projekt, erfasst sie doch mit großer Sensibilität dessen Kernanliegen: ein “niederschwelliges” kulturelles Angebot zu unterbreiten, das den öffentlichen Raum und das kulturelle Treiben der Stadt aus dem Untergrund herauf belebt. Vermeintlicher Nonsens wird durch Umdeutung des durch sein in-den-Untergrund-herab-steigen mitagierenden Betrachters (f/m) zum sinnstiftenden und -erfüllten Raum, aus dem er (m/f) mehr oder weniger merklich verändert wieder in den Lebensalltag zurück kehrt. All dies beschreibt Arno in seiner Sprache im höchst lesenswerten Artikel mit der Überschrift „Nachlese: Metro-Station St. Johanner Markt”. Der Tipp des Tages lautet daher: aktuelle Ausgabe der Saarbrücker Straßenzeitung kaufen und: lesen!

Prollpegel auf dem St. Johanner Markt vor dem Spiel
Als am Abend eine karnevaleske Veranstaltung ihren Lauf nimmt, geprägt von Einheitskleidung und lauten, in diesen Breiten sonst eher weniger Verwendung findenden Tröten, verschwendet niemand mehr einen Gedanken an das Treiben unter dem Markt im vergangenen Jahr.
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Die neu eroberte Fläche auf dem Platz wird zum Betrachten des Spektakels genutzt; der dumpfe Sound der Glotzen tönt über den Markt.

Prollpegel auf dem St. Johanner Markt nach dem Spiel
Und als „Deutschland” sich letztendlich nach einer Zitterpartie mit 0 : 1 geschlagen geben muss, sucht niemand verzweifelt die Metro (U-Bahn), um schnellstmöglich und sicher nach Hause zu kommen… Die Menge zerstreut sich frustriert.
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01.07.2010 18:00
Die letzten Bauzaunteile werden entfernt, das letzte Gerümpel zusammengekehrt. Das war’s! Keine unterirdische Anlage mehr unter dem St. Johanner Markt in Saarbrücken, sei es zwecks Erleichterung (1928-2008), sei es zwecks Erreichens erträumter Ziele (2009). Nüchtern werden die letzten an die Monate währende Bauerei erinnernden Dinge beseitigt … und die Gastronomen beginnen sofort, die neue Fläche zu erobern.

Gastronomen erobern die gewonnene Fläche
Kein Einweihungsfest wird aus den 190.000 € finanziert, die dieses Zerstörungswerk gekostet haben soll. Stattdessen rollt das Altstadtfest heran und es wird mit der in Saarbrücken für den Umgang mit dem St. Johanner Markt üblichen Grobschlächtigkeit eine riesige Bühne mitten auf den Platz gestellt.

Haushohe Bühne wird mitten auf den St. Johanner Markt "geknallt"
Das erinnert an die ländliche Derbheit, mit der das Organisationsteam für die Feierlichkeiten zum dritten Oktober zu Metro-(U-Bahn)-Zeiten ein überdimensioniertes „Gourmet-Zelt” errichteten, das einem die Gourmet-Häppchen im Halse stecken blieben. Aber was soll dieser Blick zurück? Wenn das Altstadtfest vorüber ist, hat die Kleinstadt wieder ihre Ruhe zurück und das ewig schnatternde Volk kann an langen Abenden auf dem ein gutes Stück langweiliger gewordenen Ersten Platz des Städtchens chillen bis zum Umfallen.
So; das war’s aus dem Saarbrücker Untergrund. Die Sache ist nun definitiv abgeschlossen. Leider hatten wir die letzte Metro verpasst! Nun muss ein anderer Weg gefunden werden, hier fort zu kommen. Vorschläge sind willkommen.
13.04.2010 18:00
Was sich seit einiger Zeit abzeichnete, und sich durch das verstärkte Auftauchen von Mitgliedern des ex-Metro-(U-Bahn)-Zentralstations-Zerstörtrupps angekündigt hat, ist heute wahr geworden: Die filigranen Holzarbeiten des Teams Heckmann (2-3m) haben definitiv einen Betonmischer der bundesweit agierenden Beton-AG „CEMEX” angelockt, der heute just zur Mittagspausenzeit mit seiner feuchten Fracht auf dem Markt erscheint.

Zweiter Betonmischer gesichtet
Da man offensichtlich nicht so weit war, wie es erforderlich gewesen wäre, setzt ein eifriges Hämmern und Tun beim um eine Person verstärkten Team Heckmann (3m) ein. Die Mittagspause entfällt heute natürlich. Der Beton-Transporteur (m) muss derweil in der Fahrzeugkabine auf das Startzeichen zum Ablassen des grauen Breis warten, weil das Wetter nicht gerade einladend für einen Aufenthalt im Freien ist. Doch irgendwann ist es so weit: das Team Heckmann (3m) ist bereit und gibt das Startzeichen. Daraufhin wird die Maschine angeworfen, deren Rüssel ausgefahren, und in feinster Dosierung die Masse in die verschalten Ziele gepumpt.

Betongießen auf der Zerstörstelle
Da staunt der Laie, der keinerlei peristaltische Aktivitäten am Rüssel des Betonmischers ausmachen kann, und fragt sich, wie der Brei wohl durch den Schlauch über mehrere Windungen hinweg bis zu dessen Ende gelangt. Fasziniert von den akustischen Begleiterscheinungen des Treibens, die ganz bestimmt im Zusammenhang mit der vorangehenden Fragestellung stehen, gibt sich der ex-Stationsvorsteher (m) ganz dem Lauschen hin. Das nachstehende Beispiel soll in ungewöhnlicher Länge Zeugnis davon geben, was dem Ohr sich bietet, wenn ein Betonmischer feinfühlig seine Ladung geradezu kiloweise in kleine Gefache füllt:
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Wem der vorangehende fünfzehnminütige Ausschnitt zu ereignislos erscheint, weil seine Hörgewohnheiten mehr an den Dreiminuten-Clips des Radios und der Pop-Musik geschult sind, der soll sich hier eine Schrumpffassung von nur noch fünf Minuten Dauer anhören können. Vielleicht wird die Faszination, die dieses Maschinentönen auf eine kleine aber feine Fangemeinde ausübt, auf diese Weise ohrfälliger:
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Da die Mittagspause dem Betonverfüllen zum Opfer gefallen ist, wird die Zerstörstelle gut eine Stunde früher als sonst vom Team Heckmann>/strong> verlassen. Als wäre nichts gewesen, lässt sie sich den Rest des Tages einen Schauer nach dem anderen über sich ergehen.

Ruhe nach dem Betongießen
10.04.2010 18:00
Es ist schon etwas länger her seit dem letzten Bericht von der Zerstörstelle auf dem St. Johanner Markt in Saarbrücken. Das liegt daran, dass es dem es-Stationsvorsteher (m) zum einen langweilig geworden ist bei dem sich sehr gemächlich dahinziehenden Fortschritt. Dabei ist der Fortschritt in Zahlen weitaus fühlbarer als der Blick über den Bauzaun vermuten lässt: Seit Ostern ist der Fertigstellungsquotient von 33% auf unglaubliche 44,92% gestiegen. Das ist toll!

Baustelleninformationssystem des GMS vermeldet: Fortschritt!
Bei der sehr bedächtigen Vorgehensweise des Teams Heckmann – gewissermaßen von Zigarette zu Zigarette – ist das erstaunlich. Vielleicht hat auch jemand bei der Dateneingabe in das Baustelleninformationssystem ein bisschen geschummelt, um die nicht erfreuten Gastronomen und/oder Anwohner mit ‘gefakten’ Fortschrittsangaben zu besänftigen? Wir wissen es nicht… Am Vortag stellt sich der Anblick der Zerstörstelle wie folgt dar:

Überblick über die Zerstörstelle am Freitagsmarkttag
Der Freitagsmarkt geht etwas auf Distanz zu den nicht ganz geräuschlosen Aktivitäten auf dem Platz, im Gegensatz zu den Gästen (f/m) der Gastronomiebetriebe, die der Aufforderung zum Sichniederlassen durch die zahlreich bereit gestellte Bestuhlung rund um den Tatort gerne nachkommen. Dabei können sie in ihrer sitzenden Haltung nicht sehen, dass die Beiden vom Team Heckmann, deren Hämmern und Sägen unüberhörbar ist, eine auf den ersten Blick nicht verständliche Verschalungskonstruktion anzufertigen scheinen.

Genauerer Blick auf die Zerstörstelle
Das tolle Baustelleninformationssystem hilft einem mit seinem trockenen und letztlich nichtssagenden Presseinformationstext auch nicht weiter. Doch eines scheint sicher: Diese Konstruktion wird bald Betonmischer anziehen … – Der Bauernmarkt am Samstag, der sich weitaus weniger auf Distanz zur Zerstörstelle hält (insbesondere der gerne handfest zupackende Wildwurst-Marketender scheint die Nähe des Zauns zu schätzen), verläuft mit der gewohnt kleinstädtischen Betulichkeit, heute allerdings akustisch von aktivem Musizieren der besonderen Art gewürzt.

Süß singende Mädels auf dem Marktplatz
Diese Mixtur aus Marketender-Rufen, Gästegeplapper, Kundengetratsche und dem Klang von Geige und süßen weiblichen Singstimmen ergibt ein akustisches Tableau, das hier in einem dreiminütigen Ausschnitt wiedergegeben sei:
Klangmixtur vom Bauernmarkt in Saarbrücken
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25.03.2010 18:00
Klar, ein Donnerstag auf dem St. Johanner Markt kann nie ein ruhiger Tag sein, wenn er nicht ein Feiertag ist. Das ist er heute aber nicht, und außerdem wird dort zerstört und wieder errichtet, andere sagen: dort wird gebaut. Der ex-Stationsvorsteher (m) jedenfalls empfindet die akustischen Ereignisse dort unten auf dem Platz als vergleichsweise ruhig und freut sich. Denn er (m) schwitzt derzeit über seiner Steuererklärung für das Jahr 2008, die er gestern hätte abgeben müssen… (hat er natürlich nicht!). Und diese relative Ruhe, natürlich von den üblichen Unruhestiftern wie Müllabfuhr, Getränke- und Küchenbedarfs-Zulieferer vorübergehend jäh unterbrochen, herrscht, obwohl heute ein heftiges Gewusel die Arbeiten vorantreibt.

Gewusel auf der Zerstörstelle
Der für alle lästige Zaun – an einigen Seiten schon “eingedrückt” – wird auf der Nordseite vom stark erweiterten Team Bohr (4m) geöffnet, damit der sonst von den Stühlen und Tischen der Gastronomen, von den Zulieferern und vom eigenen Krempel verstellte Zugang zum Ort des Geschehens des Tages überhaupt möglich ist. Jede Lücke im Zaun wird von Interessierten sogleich für einen Blick auf das vermeintliche Chaos auf der Zerstörstelle genutzt.

Neugierige Blicke auf die Zerstörstelle
Das Team Heckmann (3m) setzt derweil in der ihm eigenen Bedächtigkeit seine heute allerdings eigenartigen Aktivitäten fort. Es frickelt an einer Stahlkonstruktion, die sicherlich einmal der Kern eines Betongusses sein wird; doch zu welchem Zweck, erschließt sich dem Betrachter von außen nicht. In einer flüchtigen Vorstellung des ex-Stationsvorstehers (m) sieht es so aus, als würde dort das Fundament für einen Pavillon für musikalische Darbietungen, für Platzkonzerte, errichtet.

Beide Teams weiterhin am Wuseln
Oder ist es ein neues Fundament für ein neues Kunstwerk? Man weiß es nicht, keiner sagt es einem … auch nicht das tolle neue Baustellen-Informationssystem des kommunalen Gebäudemanagementbetriebs, das mit preudo-bedeutsamen Infos aufwartet; zum Beispiel mit einer Balkenfortschrittsanzeige über den täglichen Fortgang auf der Zerstörstelle, gespeist von den Eingaben eines Datenver-Arbeiters (m) in irgend einem Büro in der Stadt.

Fortschrittsanzeige am 25. März 2010
Nichts erfährt man dort hingegen über die Ziele des Treibens auf der Zerstörstelle. Egal … das Stochern im Finstern, der freie Lauf der das Geschehen kommentierenden Fantasie ist eigentlich mehr wert als das wissende Einordnen jeden Hammerschlags in Bezug auf eine von computergenerierten Grafiken gestützte konkrete Vorstellung vom Endergebnis. Letzte würde einen unter Umständen auch noch mächtig aufregen … im Gegensatz zum Anblick der Abendstimmung auf dem Ersten Platz der Stadt am Tag, als die Arbeiten auf Selbigem zu 30,51 % fertig gestellt sind, bei 21,5° C.

Abendstimmung auf dem St. Johanner Markt